Elternabend

4 Vorwort Medienerziehung ist eine zentrale Aufgabe im digitalen Zeitalter und Eltern stehen jeden Tag vor der Her- ausforderung, die Mediennutzung ihrer Kinder lenkend zu beeinflussen. Eltern können ihre erzieherische Kompetenz im Umgang mit Medien in der Familie ausüben, indem sie auf ihre Kinder achten und mit Ihnen im Gespräch bleiben. Mit unserem Projekt „Eltern-Medien-Beratung“ wollen wir Eltern unterstützen, diese Erziehungsverantwortung aktiv und bewusst wahrzunehmen, um ihren Kindern zu ermöglichen, die Chan- cen der Medien zu nutzen und Risiken der Mediennutzung zu minimieren. Einen wichtigen Baustein dazu bilden medienpädagogische Elternveranstaltungen, die zumeist als Elternabende in Kindertageseinrich- tungen und Schulen, aber auch in anderen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, der Familienbildung oder an Volkshochschulen und in Bibliotheken durchgeführt werden. Ein Elternabend ist eine von vielen Möglichkeiten, sich Rat und Hilfe zu holen und sich mit anderen Eltern auszutauschen. Die Eltern kommen in der Regel, weil sie ein bestimmtes Problem lösen oder bei zu er- wartenden Fragestellungen zumindest vorbereitet sein wollen. Aus konkreten Überlegungen und Anlässen wie „Mein Sohn schaut nur noch auf das Handy und spielt irgendwas“ oder „Unsere Kinder kommunizieren nur noch mit dem Smartphone“ ergeben sich für die Eltern Fragestellungen, z. B. zum Thema Klassenchat. Daraufhin ergreifen sie die Initiative für einen Elternabend oder sie suchen eine Beratungsstelle auf. Das Ergebnis dieser Bemühungen sind neue Informationen und Erkenntnisse, z. B. über die Bedeutung und Wirkung von Medien. Wichtig im Rahmen der Elternarbeit ist vor allem, dass ein Transfer in den Alltag erfolgt, der eine Erleich- terung für die Familie bringt: „Wir werden Regeln vereinbaren und ich werde Sicherheitseinstellungen auf dem Smartphone vornehmen.“ Mit diesen Fragen und Anforderungen müssen sich die Referentinnen und Referenten auseinandersetzen, diesem hohen Anspruch gerecht zu werden ist nicht einfach. Diese Broschüre soll Ihnen helfen sich auf einen Elternabend vorzubereiten. Sie beleuchtet sowohl die organisatorischen Abläufe als auch die inhaltliche Vorbereitung. Die Broschüre ist so gestaltet, dass sie unabhängig vom besprochenen Thema eingesetzt werden kann. Besonderen Wert legen wir auf die Vor- bereitung und den Beginn des Elternabends, weil hier das Fundament für eine gelingende Veranstaltung gelegt wird. Alle weiteren Schritte, die Informationsvermittlung, Vertiefung der Information und Transfer sowie der Abschluss des Elternabends ergeben sich daraus. Die hier vorgestellten Schritte sind ein Ergebnis unserer langjährigen Arbeit im Netzwerk Eltern-Medien-Be- ratung im Land Brandenburg. Der Austausch innerhalb des Netzwerks, das Engagement der Referentinnen und Referenten und ihre Rückmeldungen aus den Veranstaltungen sind wesentliche Voraussetzungen für den Erfolg des Projekts. In der hier vorliegenden 2. Auflage sind im Kapitel ‚Vorbereitung’ zwei Abschnitte hinzugekommen: „Die liebe Technik“ und „Notfallset gegen Lampenfieber“. Im Anhang finden sich weitere Hinweise zu Storytelling, Präsenz, Körperhaltung und Sprechweise sowie Tipps und Tricks um schwierige Situationen zu meistern. Damit fließen wesentliche Erfahrungen ein, die wir in unseren Fort- und Weiterbil- dungen gemacht haben. Präsentations- und Moderationstechniken nehmen dort neben den inhaltlichen Informationen einen großen Raum ein. Wir bedanken uns vor allem bei der Autorin dieser Broschüre, Felicitas Richter, die seit Start des Projekts Elternabende in Brandenburg durchführt und die uns immer wieder wertvolle Hinweise und wichtige An- regungen für die Weiterentwicklung des Projekts gibt. Die Erstellung dieser Broschüre wurde aus Mitteln des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg finanziert. Wir freuen uns, den Referentinnen und Referenten in der Elternarbeit eine kompakte und gut einsetzbare Arbeitshilfe in die Hand geben zu können. Potsdam, September 2019 Klaus Hinze Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg e.V. Vorwort

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